EXPEDITION HELGOLAND
Schatztaucher in der Nordsee
Pressemitteilung und Historie zur E 16
 

Das die Ostsee eines der wrackreichsten Meere der Welt ist, weiß heutzutage jeder, aber auch die Nordsee hält eine Fülle an mysteriösen Wracks verborgen. Allein um Helgoland liegen mehr als 1000 Wracks auf dem Meeresboden. Um der Nordsee einige ihrer Geheimnisse zu entreißen, machen sich drei begeisterte Taucher seit Jahren auf die Suche. Nicht selten gelingen ihnen dabei hochbrisante und spektakuläre Funde.

Als Rolf Schütt 43, vor ungefähr 20 Jahren mit dem Tauchen begann, galt sein Hauptaugenmerk der Suche nach versunkenen Schiffen. In der Geltinger Bucht waren Ende des zweiten WK mehrere U-Boote durch Selbstversenkung auf den Meeresboden gelandet. Aufgrund des hohen Schrottwertes stellten sie für Schütt ein lohnendes Tauchziel dar. Als er jedoch nach langer vergeblicher Suche durch ein Gespräch mit einem Fischer herausfand, dass die gesunkenen U-Boote längst gehoben waren, wollte er einen Neuanfang starten. Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte er seine Suche auf die Nordsee, die bis heute als besonders tauchunfreundlich gilt. Und um seine alten Fehler nicht erneut zu begehen führte er zahlreiche Gespräche mit ortskundigen Fischern. Auf diese Weise fand und betauchte er bis heute rund 150 Wracks in der Nordsee, darunter auch zahlreiche U-Boote und Flugzeuge. Nach fast 17 Jahren einsamer Suche, holte Schütt sich vor ungefähr 4 Jahren erfahrene Hilfe auf sein Boot. Mit Andreas Peters und Thorsten Kucmocht von der Tauchschule Explorerdiving Heide hatte er nun zwei genauso erfahrene wie begeisterte Extremtaucher in seinem Team.

Nach langer Recherche um neue Wrackpositionen fuhren Schütt und sein Team in der vergangenen Woche wieder hinaus auf die Nordsee um weitere neue unentdeckte Wracks rund um Helgoland zu finden und zu erkunden. Begleitet wurden sie dabei von der TV-Produktionsfirma Kellersohn-TV, die eine Reportage über das Vorhaben drehte. Gleich bei ihrem ersten Tauchgang rd. 19 sm vor Helgoland stießen das Team in 40 m Tiefe auf ein bisher unbekanntes U-Bootwrack. Die Freude der Drei war riesig, doch man wollte nun auch wissen um welches U-Boot es sich handelte. So starteten sie einen zweiten Tauchgang am Wrack um die Krone der Propeller zu säubern, und langsam gab der rostende Stahlkolloß sein Geheimnis preis. Eingeprägt in klar lesbaren Lettern waren alle nötigen Informationen zur Herkunft des U-Bootes in den Stahl eingeschlagen. Es handelte sich um die Steuerbordschraube des englischen 1. WK U-Bootes E 16.

Die U-Boote der englischen E-Klasse waren 54,9m lang und 6,86m breit. Ausgestattet mit zwei 840 PS starken Elektromotoren und einem 1.600 Starken Diesel, erreichten diese U-Boote eine Geschwindigkeit von 15 Knoten über Wasser bzw. 10 Knoten unter Wasser. Bewaffnet war die E-16 mit insesamt 5 Torpedorohren, zwei Front-, zwei Seiten und einem Hecktorpedorohr. Sie wurde am 26.02.1915 bei der 8 th Submarine Flottilla in Harwich in Dienst gestellt. Unter Lieutenant-Commander K.J. Duff-Dunbar versenkte sie am 27. Juli 1915 den deutschen Torpedobootzersteuer V-188.

 

Im September 1915 versenkte E-16 das deutsche U-Boot U6 wobei 24 Seeleute ihr Leben liessen.

Am 22. August 1916 fiel auch E 16 dem Kriege zum Opfer. Bis zu unserer Wiederentdeckung war dieses U-Boot als vermisst gemeldet. Die Ursache ihres Untergangs bleibt weiter ungeklärt jedoch hat es am Boot eine sehr starke Detonation im Heckbereich gegeben. Hier sind nur noch die Wellen der beiden Antriebsschrauben zu finden, die stark ineinander gedrückt wurden. Erst 15 m nach den Schrauben findet man die ursprüngliche Form des U-Bootes wieder.

Am nächsten Tag liefen die Drei Wracktaucher eine weitere Position mit Ihrem Schiff, die Explorer, an. Es sollte wieder ein sehr tiefer Tauchgang werden, denn das Echolot zeigte ein Echo in 42 m Tiefe an. Es herrschte hektisches Treiben an Bord ihres Expeditionsschiffes. Es mussten besondere Vorkehrungen getroffen werden um einen langen Tauchgang in dieser Tiefe durchführen zu können, So wurde in verschiedenen Tiefen Tauchflaschen zur Dekommpremierung aufgehängt. Beim Abstieg zum Meeresboden mussten fast 100 m Ankerleine abgetaucht werden. Und kurz vor dem Erreichen des Ankers zeichnete sich über den Köpfen der Taucher ein riesiger Schatten ab. Langsam näherten sich die Taucher dem unheimlichen Schatten und nach und nach erschienen die Konturen eines U-Boothecks. Nach genauer Begutachtung des gefundenen Wracks stellte sich heraus, dass sie ein weiteres englisches U-Boot der selben Klasse wie die E 16 gefunden hatten. Doch dieses U-Boot war besonders. Bisher galt die deutsche UC 71 vor Helgoland als das besterhaltene U-Bootwrack aus dem ersten WK doch dieses U-Boot schlug die UC 71 in ihrem Erhaltungszustand um Längen. Ca. 80-90 Jahre lag dieses Wrack nun am Meeresgrund ohne Anzeichen von Zerfall. Auch der Grund des Untergangs war nicht aus zu machen, da die Hülle des U-Bootes keinerlei Beschädigung aufwieß lediglich der Turm war verschwunden. Leider konnten an den Kronen der Schrauben keine Angaben zum Namen des Bootes gefunden werden.....jedoch kann es nur eins der nachfolgenden U-Boote sein, da diese von den Engländern als in der Nordsee um Helgoland versunken gelten. Ihre Namen sind: E 5,6,10,30,37,47,50.

 

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