Die Seeschlacht von Lepanto 1571

Als am Morgen des 07. Oktober 1571 die Sonne über dem Ionischen Meer im Golf von Lepanto aufging, sollten bis zum frühen Nachmittag über 40.000 Menschen ihr Leben lassen. In der grössten Seeschlacht der frühen Neuzeit, vereinigten sich einmalig in der Geschichte die christlichen Länder Europas zur heiligen Schlacht gegen die Türken unter der Führung Ali Paschas. 500 durch Sklaven angetriebene Schiffe standen sich damals gegenüber und kämpften Mann gegen Mann um die religiöse Gesinnung Europas.

Eingepfercht wie Tiere ruderten die Sklaven beider Seiten unter widrigsten Bedingungen in die heilige Schlacht. Als eine Einheit an das Schiff in Ketten gelegt, waren sie hilflos dem Schicksal des Schiffes und der Schlacht ausgeliefert und als gegen 16 Uhr die Schlacht zuende ging, war das Meer blutrot gefärbt...wie der Sonnenaufgang an jenem 07. Oktober 1571...........

Fast genau 430 Jahre später macht sich ein internationales Expeditionsteam auf den Weg, um die Seeschlacht von Lepanto zu rekonstruieren, um so wertvolle neue Erkenntnisse aus dieser Zeit zu bekommen, von der wir bis Heute nur sehr wenig wissen. Im Rahmen der Sendereihe "ZDF Expeditionen" produzierte Spiegel-TV diese Dokumentation über die bedeutendste Seeschlacht Europas im Golf von Korinth /Griechenland. Kellersohn-TV hat bei dieser Produktion die Koordination und Durchführung aller UW-Aufnahmen in 60 Metern Tiefe sichergestellt. Erstmals haben wir hier unser "know-how" in Sachen Trimix-Tauchen unter Beweis stellen können.

Ausgestattet mit modernster Such- und Bergungstechnik startet das Expeditionsschiff "Aries Star", unter der Führung des bekannten Tauchers Matthias Kopfmüller, in Richtung Golf von Lepanto, um das Trümmerfeld der historischen Schlacht am Meeresboden zu finden und zu betauchen.

Auf dem Weg zum prognostizierten Trümmerfeld herrscht reges Treiben an Bord der Aries Star. Die vielen Such- und Bergungsgeräte müssen vor ihrem Einsatz zusammengebaut und überprüft werden. Dabei müssen alleine über 100 Meter Kabel für das Sidescannsonar, eine Art Unterwasser-Radar, 60 Meter Koaxkabel für eine Schleppkamera sowie weitere 100 Meter Kabelage für das Photonenmagnetometer, zum Aufspüren von magnetischen Feldern im Sediment, an Deck verlegt werden, so dass die Geräte jederzeit schnell und ohne weitere Verzögerungen zu Wasser gelassen werden können.

Am Suchgebiet angekommen wird sofort das Sidescannsonar von seinem Operator Gerald Nickel zu Wasser gelassen. Nun wird das Suchgebiet Planquadrat für Planquadrat systematisch abgefahren, um so ein dreidimensionales Radarbild vom Meeresboden zu erhalten. Schon nach wenigen Minuten entdeckt das Team merkwürdige Anomalien auf dem Meeresgrund..........

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Der Golf von Lepanto ist schon von jeher ein geschichtsträchtiger Ort. So befinden sich in unmittelbarer Nähe des Suchgebietes viele Überreste menschlichen Seins. Vor Ca. 3000 Jahren vergnügten sich hier die Einwohner der Halbinsel Oxia vermutlich bei geselligen Anlässen in diesem Amphietheater, dessen wissentschaftliche Auswertung heute mit europäischen Mitteln gefördert wird.

Nur wenige Meter vom Amphietheater entfernt befindet sich ein weiteres antikes Bauwerk aus gleicher Zeit. Die Reste von verzierten Säulen und Wänden lassen erahnen, wie prunkvoll hier einst gebaut wurde. Bei näherer Betrachtung der Ruinen ist zu erkennen, dass es sich hier um eine antike Hafen- und Werftanlage handelt. Matthias und Bernd sind faziniert von den antiken Überresten der Hafenanlage, doch es stellt sich ihnen die Frage wieso hier, befindet sich das Meer doch mehr als drei Kilometer von hier entfernt. Die Antwort findet sich in alten See- und Landkarten, denn durch die Meeresspiegelsenkung in den vergangenen Jahrtausenden verlagerte sich die Küstenlinie über drei Kilometer zurück.

Sturmvögel drohten das nahende Unheil an, als sich gegen 9 Uhr Morgens der Himmel zur biblischen Schlacht verdunkelte und der Wind auffrischte. Angeführt wurde die christliche Union von dem 24 jährigen Juan ´d Austria, zu dessen Gedenken heute eine Tafel an den Festungsanlagen von Nafpaktos, dem früheren Lepanto, erinnert. Mit an seiner Seite kämpfte auch dieser Mann, Miguel de Crevantes dessen literarischen Werke die Menschen bis zur heutigen Zeit in den Bann ziehen. Wenige Jahre nach der Schlacht schrieb er trotz Durchschuss seiner rechten Hand das literarische Meisterstück Don Chichotte.

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An Bord der Aries Star möchte das Team die gefundenen Anomalien am Meeresboden näher betrachten. Man entschliesst sich kurzerhand den Highball, ein ferngelenkter Unterwasserroboter mit eingebauter Kamera und Greifarm, zu Wasser zu lassen, um zu sehen was sich genau in 60 Meter Tiefe unter dem Boot befindet.Gespannt sind die Augen des Teams auf die Monitoreinheit des Highballs gerichtet, doch schnell wird klar, das genaue Erkenntnisse und Aufnahmen aus der Tiefe wohl nur von Tauchern gemacht werden können.

Da die Bedingungen ideal erscheinen bereiten die Taucher sofort ihr Equipment vor. Getaucht wird aufgrund der großen Tiefe und der Länge des Tauchgangs nicht, wie in der Sporttaucherei mit Pressluft, sondern mit Trimix, einem komplizierten Gasgemisch aus Sauerstoff, Helium und Stickstoff. Entlang der Abstiegsleine gleiten die Taucher hinab in die Tiefe.

Sobald das gesamte Tauchteam den Meeresboden erreicht hat und sie sich unterwasser orientiert haben beginnen sie, ausgestattet mit Unterwasserscootern und Metalldedektoren, das Sediment nach Spuren der Seeschlacht zu untersuchen.

Neben der schlechten Sicht und den partiell starken Strömungen erschweren die Menge an Tauch- und Suchequipment den Tauchern die Arbeit in der Tiefe. Bis zu 80 Kilogramm tragen die Trimixtaucher teilweise, je nach Tauchtechnik unterwasser mit sich herum.

Nach einer Tauchzeit von rund 30 Minuten gibt der Tauchleiter das Zeichen zum Abbruch. Nun beginnt ein kompliziertes Aufstiegsverfahren. Denn anders als bei der Sporttaucherei mit Pressluft, müssen die Trimixtaucher nach einem minutiös berechneten Tauchplan in verschiedenen Tiefen sogenannte Dekostops einlegen, um den unter Druck aufgenommenen Helium- und Sickstoffanteil im Blutkreislauf und den Geweben wieder über die Lungen abzuatmen. Kleinste Fehler können hier gravierende Folgen haben und je nach Schwere bis zum Tode führen. So hängen Extremtaucher mitunter bei ihren Tauchgängen bis zu drei oder vier Stunden Gesamtzeit in der Deko.

Die Auswertungen, Ergebnisse und Bilder des am Meeresboden gefundenen Schlachtfeldes, sowie die Rekonstruktion der Schlacht, sehen Sie am

17.11.02 ARTE

30.06.02 um 19:30 Uhr in der ZDF Sendereihe "ZDF Expeditionen - Die Seeschlacht von Lepanto"

 

Die Taucher wurden unterstützt und ausgestattet von

 

Weitere Bilder zur Produktion in Griechenland


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